Classik Trial des MSC Leopoldshöhe 13. und 14. 6. 2009
5. und 6. D-Cup und 4. und 5. Hanse Classics Lauf 2009
Hans Reiter hatte sowohl zum D-Cup wie auch zu den Hanse Classics geladen und alle kamen? Eigentlich nicht! Zwar lagen die Starterzahlen mit knapp 90 am ersten Tag und 70 am zweiten nicht so schlecht, doch fehlten von beiden Serien viele bekannte Fahrer. Vermutlich ist Leopoldshöhe für die einen zu weit im Norden und für die anderen schon zu weit im Süden.
Für die gebotenen Veranstaltungsqualität lohnte sich aber eine weite Anfahrt allemal. Hans Reiter hatte mit seinen Helfern 10 abwechslungsreiche Sektionen mit je 4 Spuren bzw. für die Twinshockfahrer sogar 5 Spuren gesteckt. Zur Orientierung in der Hanse Classics Gesamtwertung sind dies E= Einfach= D-Cup grün; L= leicht= rot; S= Schwer= weiß; H= Hammerhart=gelb und blau nur für Twinshocker= X= Extrem. Der interessierte Leser wird beim Tabellenstudium einige kleine Unterschiede zur D-Cup Gesamtwertung feststellen. Wie bisher werden 4-Takt Unit Twins mit mehr als 300 ccm Hubraum in der Pre Unit Klasse gewertet. Möglicherweise werden wir hier im nächsten Jahr jedoch der D-Cup Wertung folgen in Sinne eines einfachen Einteilungssystems. Tatsächlich weckt eine Sonderregelung oft neue Wünsche auch dieses oder jenes Moped in dieser oder jener Klasse zu werten. Auf keinen Fall werden wir der D-Cup Regelung bezüglich der Vorderradgabeln mit vorverlegter Achse folgen. Danach wird eine Royal Enfield mit einer solchen Gabel in der Twinshockklasse gewertet, wenn die Gabel nicht der originalen entspricht. Etwa 80% der Pre 65 Motorräder haben moderne, also nach 65 gebaute, nicht originale Gabeln verbaut; solange diese nicht auch in der Twinshockklasse gewertet werden, werden Enfield Fahrer benachteiligt, den eine vorgelegte Radachse hatte dieser Hersteller nun schon mal Anfang der 50er Jahre in Serie verbaut. In der Hanse Classic Serie sind Gabeln mit vorverlegter Radachse verboten, außer die Motorräder waren ab Werk vor 1965 so gebaut. Persönlich fände ich es gut, wenn die Pre 65 Motorräder auch Pre 65 Gabeln verbaut hätten, doch ist mir auch klar, dass sich das Pre 65 Starterfeld dann drastisch verkleinern würde. Vermutlich wäre nur jedes 5. Motorrad dann noch am Start. Nehmen wir noch, wie mal früher gedacht, Rahmen und Radnaben dazu, bleiben noch 10%. Nicht schön, ist aber Realität. Entweder man setzt Pre 65 Gabeln durch oder passt das Regelwerk der Wirklichkeit an, wie es früher bereits mal in Bezug auf Vergaser, Auspuff und Zündanlagen gemacht wurde.
Steffen Leischner hatte anscheinend aber ungeachtet aller Regeln einfach Spaß am Fahren und zeigte den Twinshockern, wie gut eine Enfield geht. Tagessieg in der roten Spur Twinshock.
Der Schwierigkeitsgrad am ersten Tag durch alle Spuren moderat. Angeblich war für nasses Wetter gesteckt und da der Regen ausblieb, waren die meisten Sektionen nicht zu schwer.
Am folgenden Tag wurde das Niveau leicht angezogen. Es könnte aber auch sein, dass die leicht erhöhten Fehlerpunktezahlen mit Konditionsproblemen zusammenhingen.
Ich denke, die meisten Fahrer hatten viel Freude an diesem Trialwochenende, an dem einer Staugefahr geschickt durch die freie Sektionswahl begegnet wurde. Wieder einmal eine Veranstaltung, die sowohl mehr Fahrer verdient wie auch verkraftet hätte. Danke an alle, die zum Gelingen beigetragen haben.
P.S. Wir bitten um wohlwollende Beachtung unserer Rubrik Trialmarkt. Danke!
© by Marit Menninga